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MEIN LEBEN, DASS SICH VOM DIENST AM KORAN ZUR NIEDERLAGE VERWANDELTE – 1

Ich dachte nicht, dass das Wort “Vorsicht”, das arabische Ursprünge hat und “das Denken, Planen, Gestalten hinter einer Tätigkeit” bedeutet, mein ganzes Leben von meiner Kindheit an prägen und begleiten würde. Ich möchte Ihnen einen Lebensabschnitt darstellen, in den ich im Kindesalter mit dem Schaufenster des Hizmet (Dienen) in den Koran und der Religion hineingezogen wurde und aus dem ich nicht mit eigener Kraft herauskommen konnte, wobei ich wünschte, es wäre nie passiert. Und ich möchte mich an alle Eltern wenden und sagen; Sorgt euch um eure Kinder, kümmert euch um sie.

Wie haben sie mich gefunden?

Ich war das mittlere Kind von einer Familie in Kayseri mit drei Kindern. Mein Vater war ein Mittelständiger Ladenbesitzer einer Eisenwarenhandlung und meine Mutter war eine Hausfrau. Mein großer Bruder und meine Schwester waren nicht wie ich. Er war ein ungezogener, ungehorsamer, fauler Schüler in der Schule. Ich war zuhause der erfolgreichste. Wir gingen in die Grundschule in der Nachbarschaft. Der Stadtteil, in der wir lebten, war eine von Istanbuls neuen aber unordentlichen “Vororten”. Auf der einen Seite wollte ich studieren, aufs College gehen, Arzt werden und auf der anderen Seite verhinderten es die Nachbarschaft, der Freundeskreis und die finanziellen Schwierigkeiten. Sogar unser Mathelehrer in der Schule sagte: “Junge, ich fürchte, diese Nachbarschaft wird dich noch ruinieren, ich wünschte, du könntest auf einen Nachhilfekurs gehen“

Eines Tages überreichten sie mir eine Broschüre, die vor der Schultür ausgeteilt wurde. Ich sah, dass dort “Anafen-STS 5., 6., 7. Klassen“ stand, aber kümmerte mich nicht sehr darum. Als nächste Woche im Unterricht, “hast du dich für die Prüfung beworben?” gefragt wurde, erfuhr ich von meinen Freunden die sich beworben hatten, wo hin sie gegangen sind und was zu machen ist. “Junge die haben sich sehr um uns gekümmert. Sie haben sogar Toast spendiert. Aussagen wie, „Wir konnten einen Rabatt bekommen, auch wenn es nicht kostenlos war”, leitete mich dazu mich auch für die Prüfung zu bewerben und bin dann zur Anafen gegangen. Sie waren auch sehr interessiert an mir, wie an meinen Freunden, fragten mich nach meinem Schuldurchschnitt und sagten das der Notendurchschnitt von den Fächern Türkisch-Mathematik und Naturwissenschaft wichtig waren. Als ich sagte, dass alle meine Türkisch-, Mathematik- und Naturwissenschaften-Kurse 10 waren, fingen sie an sich noch mehr um mich zu kümmern. Die Person, die unseren Prüfungsantrag aufnahm fragte zwischen durch nach meinem Heimatort, meiner Familie, Geschwistern, ob ich mich mit Spor beschäftige, ob ich liebe Bücher zu lesen, er fragte mich nach meinem allgemeinen Gesundheitszustand, indem er sagte, dass er in seiner Kindheit sehr erkrank ist. (Als ich zu der Gesundheitskontrolle der Maltepe Militärschule ging verstand ich erst, dass diese Fragen nach meinen TMF-Notendurchschnitt und meinen Gesundheitszustand dazu dienten herauszufinden, ob diese für die Erfüllung der Aufnahmeprüfung langen würden.)

Wie fiel ich in ihr Netz – Der erste Schritt in den Sumpf

Ich machte Test an einem frühen Sonntagmorgen. Die Fragen waren wirklich schwer und ich war auch nicht sehr hoffnungsvoll. Als ich von zu Haus angerufen hatte, um das Testergebnis in Erfahrung zu bringen, riefen sie mich in den Nachhilfekurs (Derhane), um mir das Ergebnisse mitzuteilen. Also ging ich mit meinem Klassenkameraden zur Dershane (Nachhilfekurs). Neben der Person, die uns anmeldete, war wieder einen jungen Mann wie er und er erklärte uns die Ergebnisse im Detail. Ich hatte keinen Rabatt in der Prüfung gewonnen. Sie sagten auch, nach einer Bewirtung, dass “sie für kluge und erfolgreiche Schüler, denen es finanziell nicht gutgehet in der Dershane (Nachhilfekurs), kostenlose Nachhilfe und vor den schriftlichen Prüfungen die Schullektionen wiederholen können”. Sie sagten uns, wir sollen mit unseren Eltern reden und die nächste Woche für Mathe-Wiederholung zum Kurs kommen. Als ich meiner Mutter von der Situation erzählte, sagte sie, es sei eine gute Gelegenheit und ich könnte beitreten. Sie erzählte es meinem Vater beim Abendessen. Mein Vater hat es nicht einmal sehr gekümmert. (Ich wünschte mir, mein Vater hätte sich mehr um unsere Ausbildung und uns gekümmerte.)

Nächste Woche fingen wir mit dem Unterricht an. Der Unterricht war amüsant und vergnügend. Es gab noch vier andere Freunde von der gleichen Schule mit mir. Wir lösten Rätsel, erzählten Witze, in den Pausen aßen wir Toast und tranken Cola … “Lasst uns eines Tages Hallenfußball spielen”, sagte Yasin Abi (großer Bruder). “Ihr braucht mich nicht mit Herr Lehrer ansprechen, ihr könnt mich Yasin Abi (Bruder) nennen”, hatte er in der erste Stunde gesagt und “Erwähnt diesen kostenlosen Unterricht nicht bei euren anderen Freunden in der Schule, wir können diese Gelegenheit nicht allen anbieten, wir können es nur intelligente und erfolgreiche Schüler wie ihr, deren Möglichkeiten nicht gut sind anbieten und das ideale ist es mit einer Gruppe von 4-5 Schülern wie ihr zu lernen. „Das ist auch aus wissenschaftlicher Sicht so“, fügte er hinzu. Die Woche darauf haben wir Fußball auf künstlichen Rassen gespielt. Freunde von Bruder Yasin und ein paar große Brüder aus dem Gymnasium, die ich aus der Nachbarschaft kannte, waren dabei. Wir hatten so viel Spaß. Nach dem Spiel gingen wir Fleischbällchen von nahegelegenen Frikadellen Verkäufer essen. Andere Freunde von Yasin Abi sagten: “Wann fängt ihr an zu Hause zu lernen? Der Nachhilfekurs ist weit weg und wir wohnen in der Nähe, es wird einfacher sein und es gibt nicht immer ein freies Klassenzimmer im Nachhilfekurs“. Yasin sagte, er wolle unsere Familien kennenlernen und unsere Eltern um Erlaubnis bitten den Unterricht in ihrem Haus fortsetzen zu können. Er kam zu uns allen, zu uns auch, zu Hause besuchen und Tee trinken an einem Wochentag, stellte sich vor, sprach über seine Familie von seiner Schule und seiner Heimatstadt. Da war auch Metin Abi, der Mitbewohner von ihm, den wir bei dem Fußballspiel kennengelernt haben dabei. Als meine Eltern sahen, wie willig ich war, störte es sie nicht, dass ich bei denen zu Hause lerne. Als mein Vater fragte, “Passieren an den Universitäten immer noch Vorfälle“ saget Yasin Abi, dass sie mit solchen Angelegenheiten nichts am Hut hätten und wenn sie dort Vorfälle sehen, würden sie sofort von dort weglaufen.

Der erste Gang zum Haus des Lichtes – der Anfang des schlechten Endes

Am nächsten Tag trafen wir uns vor dem Fußballplatz mit künstlichen Rassen   und gingen zum Haus der Brüder. Zu Hause wohnten 4 weitere Brüder bei Yasin Abi. Es gab eine aufgestellte Tafel für die Lektionen, Arbeitstische, Testbücher, alle Arten von Stiften, alles, was man brauchte, um zu lernen. Die Brüder lehrten sehr gut, sie beharrten auf Fragen, die wir nicht verstanden hatten, bis wir sie lösen konnten. In den frühen Tagen boten sie eine Vielzahl von Keksen zusammen mit Tee an. Der ältere Bruder sprach immer über die Bedeutung des Lesens von Büchern. “Menschen, die keine Bücher lesen, sind wie ein hohler Baumstumpf, die erste Bedingung für Prüfungen ist, das Bücherlesen zu lieben”, sagte er, während er kurze Kapitel aus den Büchern vorlas, die ihm sehr gut gefielen. (Mit meinen Kinderverstand konnte ich nicht daran denken, dass ein angefertigtes System in diesem Haus auf uns angewandt wurde und dieses System Jahr später, nicht nur mein Leben, sondern das meiner ganzen Familie beeinflussen würde.)

Die Welt der Geheimnisse Beginnt

Später, als wir jedes Mal ins Haus gingen sagten sie, dass wir unseren Freunden in der Schule und unseren Lehrern gegenüber niemals den Privatunterricht erwähnen sollten und dass es besser wäre, wenn wir nicht mit der Schultasche, sondern mit den Büchern in einer Einkaufstasche ins Hause kämen. Sie warnten uns darüber, dass die Nachbarn sich beschweren konnten indem sie sagten “Ihr habt den Platz hier in einen privaten Nachhilfekurs verwandelt” und dass uns Freund von der Schule oder Klasse auf dem Weg sehen könnten. Folgende Worte konnte ich nicht vergessen: “Jungs worüber wir hier reden, was auch immer wir tun, bleibt hier. Es gibt Geheimnisse zwischen Freunden und das ist unser Geheimnis. Denk daran, das Geheimnis ist eine Ehre und ihr könnt euch vorstellen, wie derjenige ist, der sein Geheimnis preisgibt.” (Die Begriffe wie Geheimhaltung, Vorsorge und Diskretion traten von hier an in mein Leben ein. Und jetzt würde das Leben einer doppelten Persönlichkeit allmählich zu meiner Natur werden.) Ich habe diesen Satz in diesem Jahr so oft gehört, dass ich ihn nicht vergessen konnte. Ich tat, was sie sagten, natürlich. Die neugierigen Fragen meiner Geschwister beantwortete ich oberflächlich indem ich sagte: “wir Lernen, lösen Fragen.” Mit den Freunden, mit denen wir gemeinsam das Haus besuchten sprachen wir nie über die Brüder und das Haus mit Freunden in der Schule und in der Klasse. Manchmal sprachen wir auf den Schulgarten oder am Schulende nur darüber, wann wir dorthin gehen und ob wir die Bücher gelesen haben oder nicht.

Eines Tages, als wir wieder zu den Brüdern gingen, sagte Yasin Abi mitten im Unterrichte; “Jungs, beschäftigt euch mit diesem Test, ich gehe Beten und komme gleich”, wir schauten uns mit dem Freunden gegenseitig an und waren überrascht, weil Yasın Abi bis zu diesem Tag nichts darüber gesagt hatte, dass er zum Gebet geht. Aber ich fand es auch nicht seltsam, den Bruder Yasin war ein Mann, der nicht rauchte oder trank, der nicht fluchte. Vielleicht war das fehlende Teil des Puzzles, das Gebet. So jemand sollte sowieso beten. Als wir den Test gelöst hatten, kam Yasin Abi dieses Mal mit einer Gebetskappe auf dem Kopf zu uns und sagte: “Oh, ich habe vergessen von meinem Kopf dies abzunehmen.” Nach dem Unterricht fragte er uns diesmal, ob wir den Koran lesen konnten, ob wir zur Mosche in den Kurs gegangen sind, ob es in unserer Familie jemanden gibt der Gebete praktiziert. Meine Mutter, betete täglich aber mein Vater ging zum Freitagsgebet und betete nicht zu Hause. Ich ging manchmal mit meinem Vater zum Freitagsgebet und zu den Festtagsgebeten ging ich immer mit, aber ehrlich gesagt, wusste ich nicht, wie man betet. (All diese sogenannten religiösen Motivationen und moralischen Aufladungen waren eigentlich dazu gedacht, uns in Roboter zu verwandeln. Ich habe es dann verstanden als ich in den folgenden Jahren viele Dinge gesehen habe, die nicht Teil der Religion sein konnten.)

Der Istanbul Ausflug – Warum so viel Interesse/Bezugnahme?

Yasin Abi sprach einmal über die historische Struktur von Istanbul und seine Schönheiten und fragte, ob wir den Topkapi-Palast, die Hagia Sophia, die Basilika Zisterne, den Sahaflar Basar und den Großer Basar schon einmal besucht hatten. Keiner meiner Freunde kannte diese Gegend im Detail, ich war noch nie in einem Museum in meinem Leben. Wir einigten uns darauf zu reisen, indem wir sagten: “Lasst uns eine Reise machen und diese Orte sehen, damit wir unsere Geschichte und unsere Kultur besser verstehen.” “Wenn ihr kein Geld mitbringen könnt für das Museum, macht euch keine Sorgen. Die Reise ist wichtig”, betonte er. Wir trafen uns am Sonntag für die Reise und fuhren mit dem Bus bis zum Beyazıt Platz. Dort gingen wir zum Sultanahmet-Platz und betrachteten den Eingang der Universität Istanbul mit der Aufschrift der Eroberungssure, dann zum Platz, den Sahaflar Basar und den Großen Basar und gingen bis zum Sultanahmet Platz. Wir betraten das Türkische Museum für Islamische Kunst vor dem Platz und gingen zum Hof der Sultanahmet-Moschee. Als wir herumgingen sagten wir: “Wenn wir schon einmal hier in der Moschee sind, die unsere Ahnen erbaut haben, sollten wir ohne beten nicht zurückgehen, lasst uns die Gebetswaschung machen” und gingen zum Brummen für die Gebetswaschung. Wir verwirklichten die Gebetswaschung und betraten die Moschee, es gab eine Gruppe, die sich zum Beten vorbereitete und wir liefen zu ihnen und beteten gemeinsam als Gemeinde. Nach der Moschee kauften wir Fleischbällchen und tranken Buttermilch von den Frikadellen Restaurant in Sultanahmet und aßen dies am Eingang zum Topkapi-Palast. Meine Lieblingsreise bis zu diesem Tag in meinem Leben war unsere Reise an diesem Tag. Wir hatten so viel Spaß und wurden sehr müde. (Die Zeit hat uns auf eine sehr schmerzhafte Weise gezeigt, dass eigentlich unser Leben der Preis für diese kostenfreie Aufmerksamkeit und Hingabe war.)

Die erste Gebetslektion: Rechtlichkeit und Gerechtigkeit – das Ergebnis: Ein Leben voller Lügen

Als wir am nächsten Tag nach der Schule zu den Brüdern gingen, machten wir eine Bewertung der Reise und sagten, dass unsere Geschichte- unsere Ahnen großes geschafft haben. Die Brüder redeten über die geistliche Atmosphäre in Sultanahmet und sagten, los Jungs lasst uns hier gemeinsam Beten sollten soweit es möglich ist. Mit dieser Anregung führten wir die Gebetswaschung durch. Während wir auf das Gebet im Wohnzimmere des Hauses wartete, kam Yasin mit etwas Weißem in seiner Hand und als er es öffnete, erkannte ich, dass es eine Art Gewand war. Er zog diese weißes und an den Seiten Goldgelb verziertes Gewand zum Gebet an und betete vor. Nach dem Gebet übernahmen die anderen großen Brüder die Aufgabe des Muezzins und Yasin Abi nahm ein kleines Buch aus der Bibliothek und las ein Kapitel daraus vor. Der Titel dieses Kapitels, den ich nie vergessen habe, war “Recht und Gerechtigkeit.” Dort hieß es: „Selbst, wenn das Recht ein Schwert ist, das auf dich herabstürzt, zögere nicht deinen Hals darunter auszustrecken. Der, der gegen das Rechte kämpft, wird später oder Früher erlegen sein.” Als er erkannte, dass wir nach dem Gebet an seinem Gewand interessiert waren, sagte er: “Ich bete damit, weil das Gebet somit mehr gute Taten bring, und unser Prophet es so gemacht hat. Ihr könnt eine Gebetskappe beim Gebet tragen.” Er würde uns allen eine Schenken aber wir sollten die Gebetskappen nicht nach Hause bringen. Dieser religiöse Lebensstil der Brüder war etwas, was mir von der Familie nicht so fremd war und ich kannte die Brüder schon eine Weile und wegen der aufgebauten Nähe zu meiner Familie, habe ich die Ereignisse nicht für ungewohnt empfunden.

Diejenigen, Die Vom Abgrund Umkehren

Am nächsten Tag nach der Schule zog ich mich zu Hause um und ging direkt zu den Brüdern. Meine anderen Freunde kamen auch nacheinander. Wir warteten etwa 1 Stunde, aber zwei aus der Gruppe waren immer noch nicht gekommen. Der ältere Bruder wurde aufgeregt, man konnte die Aufregung und in Panik im Haus spüren. Er beauftragte mich und sagte: “Erkan wohnt in der Nähe bei euch, nicht wahr? Schau heute nach dem Unterricht vorbei, warum er nicht aufgetaucht ist“ und ich schaue bei Metin vorbei. Der Unterricht war an diesem Tag ziemlich flat und öde. Der älterer Bruder Yasin war sehr verärgert. Als der ganze Unterricht vorbei war, hielt ich auf dem Heimweg bei den Erkans an und hörte die Worte von Erkans Vater in dieser Nacht, an die ich mich nach vielen Jahren erinnern sollte und die wie ein Blitz in meinen Kopf einschlagen würden. Als ich klingelte, antwortete Erkan an der Tür: “Wie geht es dir? Du bist heute nicht aufgetaucht, bist du krank oder was?” Erkans Vater kam und sagte: “Erkan kommt nicht wieder, mein Kind. Es ist nicht normal, dass diese Studenten aus der Universität sich so für euch interessieren, euch so viel beibringen, die Themen über die sie reden sind auch nicht normal. Höre auf mich und erzähle deiner Familie auch alles, damit ihr alle später es nicht bereut. Ein Bedauern am Ende wird nichts nutzen.” Er hatte mir diesen Rat in einer Besorgten aber väterlichen Weise gegeben. Den ganzen Abendlang, erklangen die Worte von Erkans Vater in meinem Ohr. Auf der einen Seite war ich etwas besorgt und ich hatte Angst aber auf der anderen Seite wollte ich die Gelegenheit nicht verpassen, mich auf die Prüfungen vorzubereiten. Die Vorstellung, gezwungen zu sein, auf ein gewöhnliches Gymnasium oder eine Berufsschule gehen zu müssen machte mir mehr Angst. Ich habe meinen Eltern nichts von diesen Gedanken und von den Ereignissen gesagt. (Ich wünschte, ich hätte Erkans Vater, der ein Bauarbeiter war nicht unterschätzt und meiner Familie alles erzählt, was passiert ist.) Am nächsten Tag waren wir mit Erkan in der Klasse sehr innig, redeten, als wäre nichts passiert, spielten in der Pause Ball. “Wirst du heute kommen?” fragte ich Erkan als wir nach der Schule nach Hause ging. Er sagte mir: “Mein Vater hat es definitiv verboten und meine Mutter hat es auch. Auch wenn ich kommen möchte, ist es nicht möglich”. Auf dem Nachhauseweg trennten wir uns vor seinem Haus. Erkan’s Vater arbeitete als Vorarbeiter im Bau, aber er hatte Bücher und er lass viel. Ich war überrascht zu sehen, dass sie eine Bibliothek hatten, als ich zu den Erkans ging. Die Weltklassiker unter diesen Büchern waren die interessantesten für mich. Ich zog mich zu Hause um und ging zu den Brüdern, alle außer Erkan waren gekommen. Metin, der gestern nicht erschienen war, war auch da. Ich erzählte im Flur Yasin Abi, was passierte ist, er wurde traurig, er dachte darüber nach und dann sagte er: “Er soll es selber wissen mein Bruder, er wird selber verlieren, erzähle es den anderen nicht damit ihre Moral nicht verlorengeht, ich werde irgendwann mit seinem Vater reden.” Als ich mit Metin zwischen den Unterrichtsstunden sprach, erzählte er mir, dass Yasin Abi am Abend zu ihm nach Hause gekommen ist, lange mit seinem Vater gesprochen hat und wenn auch schwer seinen Vater überzeugt hat ihm weiter zu schicken.

Ich Habe Ein Buch Gelesen Und Mein Leben Wurde Ruiniert

Nach dem der Unterricht zu Ende war sagte Yasin Abi als ob er jahrelang nicht gebetet hatte: “Los Freunde, last und die Gebetswaschung durchführen und beten.” Wir haben ohne nachzudenken uns gewaschen und das Gebet gemeinsam als Gemeinde praktiziert. Yasin Abi betonte nach dem Gebet, wie wichtig es ist Bücher zu lesen und erzählte, dass große Staatmänner und Wissenschaftler viele Bücher gelesen haben, was unser Prophet diesbezüglich gesagt hat, dass der erste Befehl des Korans “Lese” war und er und die anderen Brüder im Haus mindestens 2 Stunden am Tag regelmäßig Bücher lesen würde und wir auch regelmäßig lesen sollten, um damit leichter erfolgreich zu werden. Er erklärte, dass es in seiner Bibliothek Bücher für uns gibt und wir jede Woche mindestens ein Buch lesen sollten. Außerdem sei es sehr hilfreich wenn wir eine Buchliste erstellen, damit wir nicht durcheinanderbringen welche Bücher wir gelesen haben. Er würde sogar denjenigen, die die meisten Bücher jeden Monat gelesen haben, eine Belohnung geben. Um zu messen, wie sehr wir Bücher verstanden haben könnte er zwischendurch ein kleines Quiz veranstalten. Das erste Buch, das ich jemals aus dieser Bibliothek las, hieß “Denke, Verstehe und Weine”. (Ich wünschte jemand aus meiner Familie, meiner Umgebung hätte nachgedacht und hinterfragt und ich hätte die Wahrheit in jenen Tagen verstanden. Dann müsste ich heute diese Zeilen hier nicht aus der Geschlossenen Strafvollzugsanstalt in Sincan weinend schreiben.)

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