„Kein Verbrechen wird vergessen, solange das Gewissen sich daran erinnert.“ –S.Zweig
Ich möchte diesen Artikel mit der folgenden Frage beginnen;
„Wenn die Ungerechtigkeit, Rechtswidrigkeit und Negativität, die heute über die Gemeinde gesprochen wird, über eine andere Gemeinde oder eine politische Formation gesprochen würde, wie würden wir als Mitglieder der Gemeinde reagieren?“
Ich beantworte die Frage für mich selbst und überlasse die Antwort jedem seinem eigenen Gewissen. Da diese Informationen über die Kanäle der Gemeinde zu uns gelangen würden, würde ich sofort daran glauben, ohne zurückzublicken und ihre Richtigkeit wie immer in Frage zu stellen und diese Gebilde (Gemeinde oder politische Partei) für schlecht erklären. Ich würde versuchen, diese Situation auszunutzen und mit aller Kraft im Namen der Gemeinde (um Allahs willen!) daran arbeiten, neue Kräfte zu rekrutieren. Schließlich waren wir eine auserwählte Gemeinschaft und egal was wir taten, wir verdienten immer Belohnungen auf der Grundlage von Weisheit und wir zweifelten nie an der Richtigkeit des Weges, den wir gegangen waren.

Wenn ich sagen würde, lasst uns jetzt mitfühlen, wäre das nicht die richtige Antwort, daher mein Vorschlag, dass wir als Mitglieder der gesamten Gemeinde das Gewand der Gemeinde für ein paar Tage ablegen und drei Fragen stellen, um die Ereignisse zu verstehen und dabei keine Weisheiten für unsere Antworten suchen. Denken wir über die gemachten Fehler, Irrtümer und Mängel nach, nehmen wir unseren Kopf zwischen unsre Hände und denken. Ich bin einer von denen, die denken, dass die richtigen Antworten offensichtlich sind. Heute denke ich, dass es viele Mitglieder der Gemeinschaft gibt, die, obwohl sie die richtigen Antworten kennen, mit einem Gefühl der Zugehörigkeit und absolutem Gehorsam schweigen. Apropos Schweigen, ich beziehe mich auch auf unser Gewissen, ob die Aussage „wer schweigt ist ein Teufel ohne Zunge“ angesichts des Unrecht, das der Gemeinde zugefügt worden sein soll auch angesichts aller anderen Ungerechtigkeiten hinterfragt wurde oder nicht. Die meisten von uns erinnern sich wahrscheinlich nicht einmal daran, wann wir das letzte Mal freie Individuen waren und uns für uns selbst gedacht haben.

„Wir sind Gefangene der Liebe, Gefangene des bedingungslosen Glaubens.“ Auch wenn wir den Zivilisierten sagen, dass wir nach dem Motto der Überzeugung handeln, sind wir diejenigen, die Gehorsam als absolute Bedingung statt Überzeugung sehen. War ALLAH und Sein Gesandter nicht die Einzigen, denen man ohne zu hinterfragen geglaubt werden sollte? Gab es nicht Mängel und Mängel bei allen anderen, einschließlich der Gefährten? So gaben wir dem “Hodjaefendi” einen Rang über diesen Rängen, nach dem Beispiel, wenn der Scheich nicht fliegen kann bringen ihn seine Jünger zum Fliegen, wir gaben ihm große Ehre. Er sagte immer wieder Demut, schwieg aber, als seine Stellung mysteriös gemacht wurde. Wir haben übersehen, dass er als Mensch auch Fehler haben kann. Heute ist es unmöglich geworden, dieses Tabu zu brechen, das wir in unseren Herzen vergöttert haben, nicht wahr? Sind die als „Gegner“ ausgegrenzten Menschen die einzige Ursache für die heute erlebten Missstände und Verfolgungen? Ok, das “Grausame” macht seine Arbeit, Was ist mit den Gräueltaten und Ungerechtigkeiten, die wir verursachen? Denken wir immer noch, dass dies für Allahs Willen ist und dass wir Verdienste erlangen, während die andere Partei aus denselben Fehlern sündigt?
Ich habe auf allen Ebenen der Gemeinde gedient (insbesondere im Studienberatungsteil). Ich arbeitete als Leiter in Einheiten, die als geheimer Hizmet (Dienst) und Vorbereitung spezieller Gruppen bezeichnet wurden. Ich bedauere, dass ich mich nicht hinterfragt habe für meinen Teil. Ich bitte meinen Herren im Namen aller Anatolier, deren Rechte wir betreten haben, um Vergebung. Ich schäme mich für die in den Prüfungen gestohlenen Fragen, die Leute, die blockiert und entfernt wurden, die Leute, die sich trotz harter Arbeit, um bestimmte Plätze zu erringen, nicht eingestellt wurden, damit Mitglieder der Gemeinde aufgenommen werden konnten und für viele mehr. Ich nehme keine Zuflucht zu dem Satz „Lasst uns vor Allah schämen“, der oft von der Gemeinde gebraucht wird.

Ich möchte ein Beispiel aus dem Ende der 90er Jahre erzählen. Wir konnten die Mutter eines Schülers, der sich auf das Militärgymnasium vorbereitete, nicht davon überzeugen, ein Bild ohne Kopftuch für die Bewerbung einzureichen, wir gingen und bereiteten ein Bild mit einer Fotomontage mit Hilfe eines Fotografen Bruder (!), der ein Mitglied der Gemeinde war, vor und der Junge gewann das Gymnasium. Sie könne sagen es ist nichts dabei?
Wenn es für Sie in Ordnung ist, eine Mutter die nicht bereitwillig zu täuschen, wenn es Ihnen nichts ausmacht, ihr unverhülltes Bild vor allen zu zeigen (ich kannte Leute in der Gemeinde, die diesbezüglich sehr sensibel waren), dann können Sie das sagen und wenn man nicht daran glaubt, dass damit nicht der in den folgenden Jahren der Grundstein für viel größere Montagen gelegt wird. Ich möchte sagen, dass wir die Bewerbungsunterlagen aus dem Briefkasten eines Kindes aus derselben Schule gestohlen haben, den die Gemeinde als negativ betrachtet und nicht wollte, dass es aufgenommen wird (in jenen Jahren wurden Bewerbungen per Post eingereicht) und wir haben dies in der Besinnung des Glaubens getan und haben es mit Stolz Jahrelang erzählt.
Was ist jetzt passiert, haben wir nicht das Recht des Kindes ausgenutzt? Haben wir nicht gegen das Anrecht jener Familie verstoßen, die ihre Kinder mit großen Anstrengungen zum Lernen zwangen? Haben wir Verdienste erworben, indem wir diejenigen verteufelt haben, die das getan haben, weil sie heute ihre eigenen Kader aufbauen? Haben uns diese Handlungen nicht rücksichtsloser für die Zukunft gemacht?
Das ist alles, was ich für heute schreibe. Denn wenn ich über die Jahre an diese denke, bekomme ich keine Luft mehr. Weil ich befürchte, dass die Dinge, von denen wir glauben, dass wir sie um der Gerechtigkeit willen und um Allahs willen tun, im Jenseits vor uns erscheinen werden. Lassen Sie mich mit den Worten von Master Bediuzzaman enden; “Habe keine Angst, ZITTERE!”
Die immer vom Eindrucksvollen gefesselte Menschheit huldigt nie dem Geduldigen und Gerechten, sondern dem Starrsinnigen, dem, der es wagt, seine Wahrheit als einzig mögliche Wahrheit, seinen Willen als Grundform des Weltrechts zu verkünden. (S. ZWEIG)
