Einer der ersten Muslime von den Gefährten war Erkam bin Ebü’l-Erkam, er gehörte einer wohlhabenden und einflussreichen Familie an. Er wurde in jungen Jahren Moslem und stellte sein Haus für Predigertätigkeiten zur Verfügung. Wegen der zunehmenden Verfolgung und Unterdrückung durch die Götzen in Mekka hat der Hz. Prophet dieses Haus am Fuße des Hügels, Safa in Masdschid al Haram als sein Wohnsitz erwählte. Hier lehrte er einerseits seine Gefährten religiöses Wissen und lud Menschen, die die göttliche Wahrheit suchten zum Islam ein, las vom Heiligen Koran vor und betete mit ihnen. Als Ergebnis der Aktivitäten des Propheten in diesem Haus wurden viele Menschen Moslem, Omar nahm auch hier den Islam an. Historisch gesehen, nach der Bekennung von Hazrat Omar zum Islam und dem Erreichen des Bekanntmachungsverses, an den Sie sich aus den Filmen „Mohammed-Der Gesandte Gottes“ oder „Er-Risale“ erinnern werden ( Hijr Sure 94.“ So verkünde dann offen was dir befohlen wurde! Kümmere dich nicht um die Götzendiener!“) verlies der Hz. Prophet im 6. Jahr seines Prophettentums, Dar-ül Erkam.

Das Dar-ül Erkam Modell, das eine wichtigen Platz in der İslamgeschichte hat, wurde natürlich zu einer Inspiration für alle religiösen Organisationen. Der Dar-ül Erkam Begriff wurde in der Türkei von der mit dem allgemeinen verbreiteten Namen „Gemeinde“ (Cemaat) am intensivsten genutzt, ein ganzes System und sogar eine Ideologie wurde darauf aufbaut. F. Gülen sagte in seinem Artikel mit dem Titel „Dava Adamı“(Man der Sache): „Für die Männer des Rechten ist es nicht notwendig eine Stellung zu haben. Der Mann der Sache ändert seine Einstellung weder im Sieg noch in der Niederlage. Ohne in de Ibn-i Erkam Häusern aufgewachsen zu sein, das heißt ohne Geduld herangereift zu sein ist Erwartung ein unreifer Traum“ (Sızıntı, September 1984, Band 6, Nr. 68) Damit wollte er auf die Ibn-i Erkam Häuser abstrakt und konkret hinweisen.

Er betonte, dass man keinen Schritt offen unternehmen könne, bis die Gemeinde in ihren Häusern geduldig aufgewachsen und gereift sei und das solche Versuche fruchtlos sein würden und das Ende eine Enttäuschung sein werde. Gülen identifizierte auch das Leben und die verschiedenen Aktivitäten in diesen Häusern mit den Aktivitäten der Gefährten der Zeit der „Geheimen Bekanntmachungen“, und führte Definitionen wie „die Pioniere der zweiten Erstehung“ und der „zweite Zeitabschnitt der Gefährten“ ein und empfahl einige „geheime” Aktivitäten, die in den Gemeindehäusern durchzuführen.

Den Grundstein für die Mentalität bei der Errichtung von Gemeindehäusern legte F. Gülen während seiner Amtszeit in Kestanepazarı bei den von ihm organisierten „Sommercamps“ in Izmir und den ägäischen Provinzen. Anders denken wäre ein Mangel. Vergessen wir nicht, dass viele bekannte Menschen, die bereits in verschiedenen Elementen/Einheiten der Gemeinde und natürlich im öffentlichen Dienst gearbeitet haben oder arbeiten, in ihrer Kindheit an diesen Sommercamps, die etwa 2-2,5 Monate dauerten teilgenommen haben. Um die Kontinuität der Gemeinschaft zu gewährleisten, die durch diese Camps mehr Jugendliche/Kinder erreicht, eröffneten sie die ersten Häuser für Universitätsstudenten/Gymnasiasten. Mit der zunehmenden Zahl dieser Häuser, die unterschiedlich genannt wurden wie „Ibn-i Erkam Häuser, Gemeindehäuser, Nachhilfehäuser, Lichthäuser“, ist auch das Bekanntsein der Gemeinschaft in der Bevölkerung gestiegen.
Aktivitäten, die mit „vertraulichen Predigen“ in den Häusern identifiziert werden können, wurden abgesehen von dem traditionellen Predigen und den Wegweisungen zur der “mahrem (geheimen) Ideologie”, die später zu einem Wahnsinn wurde, den wir „Spezieller Hizmet” nennen. Mit anderen Worten, es ging darum, die ausgewählten Schüler, die in die Häuser kamen, auf Militärschulen und Polizeischulen zu leiten und sie speziellen Erziehungsprozessen zu unterziehen.
Jede der „geheimen“ Einheiten, die sich später diversifizierten und zahlenmäßig zunahmen, kann als separater Artikel untersucht werden, aber in diesem Artikel werden wir versuchen, das Thema durch Interviews mit Studenten von „Militärschulen“ zu untersuchen.

Es ist unbestreitbar, dass das System und das politische Klima, das nach dem Staatsstreich vom 12. September 1980 entstand, eine erleichternde und manchmal sogar ermutigende Rolle für alle bestehenden Gemeinden und Sekten in der Türkei gespielt haben. Einer der ausschlaggebendsten Schritte an dieser Stelle ist, wie auch von F. Gülen oft betont wird, dass der Religionsunterricht im Lehrplan des Ministeriums für Nationale Bildung verpflichtend wurde. Darüber und über Kenan Evren sagte F. Gülen in einem Interview mit Mehmet Gündem folgendes: „Evren hat eine sehr nützliche Arbeit geleistet, indem er nach dem 12. September den Wahlunterricht in Religion zum Pflichtunterricht gemacht hat. Diese Leistung ist so groß, Allah weiß es besser – selbst wenn er keine Verdienste hat, reicht ihm diese Tat, das Evren in den Himmel kommen kann.“ (Milliyet – 31. Januar 2005)
Wir können historische Fakten auf die genaueste Weise von denen lernen, die sie erlebt haben. Akteure und Ursache-Wirkungs-Beziehungen geben uns aber auch wichtige Hinweise darauf, was hinter den Kulissen vor sich geht. Die ersten Militärschuluntersuchungen, die sich in der Öffentlichkeit wiederspiegelten, fanden 1986 statt. Wenn man bedenkt, dass ein Schüler 1986 in der letzten Klasse der Militärschule war, ist die früheste Zeit in dem er mit ersten Klasse der Militäroberschule begann in den Jahren 1982-1983, damit können wir die Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrates sehen, die die „Stärke“ besaßen und beabsichtigten nach dem 12. September das traditionelle Offiziers-/Unteroffiziersprofil in der TSK auf die Zeit ausgebreitet zu „transformieren“.


Die zweite Welle der Ermittlungen von 1986, die mit den Militärschulen in Istanbul Kuleli, dann Izmir Maltepe und Bursa Işıklar in Bezug auf die Aktivitäten der Gemeinde begann, wurde in sechs Unteroffiziers Vorbereitungsschulen in Ankara, Istanbul und Çankırı erlebt. Hunderte von Schülern wurden nachgeprüft und als Ergebnis wurden aus Kuli 33, aus Işıklar 16, aus dem Militärgymnasium Maltepe 17 Schüler und fast 100 Schüler der Vorbereitungsschulen für Unteroffiziere entlassen. Trotz der durchlaufenen Untersuchung konnten die Schüler, die in ihren Aussagen erzählten, was sie erlebt hatten und über ihre Verbindungen zur Gemeinde berichteten die Schulen „unter Aufsicht“ weiter Besuchen, wobei auch ihre Eltern darüber gewarnt wurden.
Der Grund für die Auflösung fast der gesamten Struktur und des Systems in Militärschulen war, dass die Philosophie des “geheimen Treffens” nicht vorherrschend war. Bis zu den Ermittlungen von 1986 gingen Kadetten in Gruppen von fünf, manchmal zehn, an den Wochenenden zusammen zu Versammlungen und sie brachten ihre engen Freunde aus der Schule, mit der Mission, sie der Gemeinde anzuschließen, mit in die Versammlung. „Geheime Treffen“ wurden als systematische Aktivität nach 1986 als eine verbreitete Anwendung eingerichtet.

Beginnend schon mit der Vorbereitungsphase für die Prüfungen wurden die Bewerberschüler Gruppiert, die Verschwiegenheit zu andern Studenten/Brüdern in den Gemeindehäusern/Schulen ausgebaut, die Logik der Zelle und deren Psychologie wurden mit dem Gefühl „des Auserwählt seins“ vereint, nach dem Bestehen der Prüfung wurde mit dem Bewusstsein, „egal was Passiert es gibt nur mich“ auf höchstem Niveau Vorkehrungen an der Militärschule getroffen und eine zweite Identität wurde aufgebaut. Mit diesen Schritten, wurde die „Philosophie des Geheimen“ fast zu einer Ideologie und Lebensform.
Konkreter gesagt wurde die Anzahl der Schüler in der Gruppe auf 4-5 begrenzt, Themen wie, dass man zum Lernen ins Gemeindehaus/zu den Brüdern geht, was man im Gemeindehaus macht, sollten von der Schule und der Umgebung verborgen bleiben und es wurde als Aufgabe aufgetragen, dass man in der Prüfungszeit die Familien an den Glauben lässt, man habe selbst an der Prüfung teilnehmen wollen und es nicht der Wille der größeren Brüder war. Die ersten Schritte für das „geheime“ Leben wurden bei den Prüfungs-/Gesundheitsvorgängen/Vorstellungsgesprächen gelegt und nach der Einschreibung in die Militärschule wurde die Pläne für den weiteren Kontakt gemeinsam erstellt.

Nach der in der Mahrem (geheime) als “Kuleli-Zwischenfall” bekannten Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Methoden der speziellen Hizmet, die Verhaltensmuster und die “Vorsichtsregeln”, die kompromisslos angewendet werden sollten, fast dieselben waren wie die von den Geheimdiensten und diese sogar für die Mitglieder der geheimen Gemeinschaft als „die Säule/Waschung der Hizmet“ wahrgenommen und akzeptiert wurden und diese fast zu einer Eigenschaft/Natur /Persönlichkeit geworden sind.
Die Grundmotivation des geheimen Gesprächs ist es, die Zugehörigkeit des Schülers zur Gemeinschaft zu erhalten, „fehlerlos“ ins Berufsleben zu starten und „Verschlechterungen“ in der Schul- und beim Freigang zu verhindern. Aus diesem Grund wurde in den 90er Jahren in der speziellen Hizmet der Begriff „Murakip (Aufseher)“ für die älteren Brüder verwendet, in den 90er Jahren dann „Späher“ und sehr viel später „Lehrer“ verwendet. Das Wort „Murakip“ hat als Wort die Bedeutung „schauen, beobachten und kontrollieren“ und es wird in der Gemeinde häufig für „murakabe“ verwendet; das hat in der Religion zusammengefasst auch die Bedeutung “das der Knecht Allahs ständig im Bewusstsein und in der Erkenntnis ist, dass er ständig unter der Aufsicht Allahs steht”.
Mit anderen Worten, die „Aufseher“-Brüder sind in gewisser Weise für den Status dieser auserwählten Personen in Bezug auf die Knechtschaft und das, was sie tun/nicht tun, verantwortlich, und in diesem Zusammenhang werden ihnen diese Schüler „anvertraut“. Die Psychologie das man auf das Anvertraute achten muss führte dazu das die „Aufseher“ sich als wichtige Personen empfanden und auf das eigene Verhalten und die Verhaltensweisen achten und im Ordnung bringen mussten, wobei dies über viele Jahre hinweg nur schwer zu beseitigen Spurer hinterließ.

In diesem neuen Zeitraum wurden Anpassungen/Bekanntmachungen/Transfers vorgenommen, sodass die Anzahl der privaten Gruppen maximal 3 Personen beträgt. In der Regel wurden Donnerstag- und teilweise Freitagabends bei den Versammlungen mit den „Oberaufsehern (sermurakıp)“ (späterer Name Sergeant und stellvertretender Direktor) dies allgemeinen und speziellen Tagesordnungen/Anweisungen ausgetauscht, wobei die Gespräche mit Dokumenten/Nachrichten/Texten/Videos für die Motivation ergänzt wurden. Sogar die Teilnahme an diesen Treffen in den Regionen schürte das Gefühl, als „Aufseher“ Bruder privilegiert/übergeordnet/auserwählt zu sein.
Natürlich wurden die für die Gespräche genutzten Häuser an anderen Plätzen als die normalen Gemeindehäuser gewählt. Letztendlich wurde jedes Haus und manchmal auch jeder Arbeitsplatz genutzt, die für „geheime Treffen“ geeignet ist, wie etwa die Häuser von Familien von Selbstständigen deren Situation gut ist, von Handwerkern, Nachhilfekurse oder Lehrer der MEB (Ministerium für Nationale Bildung).

Die Vorgesetzten bereiten sich hauptsächlich eine Woche (manchmal 2 Wochen) lang mental auf das Treffen am Wochenende vor. Sie sammeln was sie gelesen und gehört haben, jedes Ereignis/ jeder Nachricht wird gesammelt und den ihnen „anvertrauten“ Schüler verabreicht wie eine Pille. Nach den Szenarien erstellt werden, wie man sich Ankleidet, wohin man warum geht, wird der erste Kontakt mit den Schülern draußen verwirklicht und nach der Kontrolle der Sicherheit wird zum „geheimen Treffpunkt“ wo das Gespräch stattfinden soll gegangen.
In diesem Treffen wird ein breites Spektrum an Themen wie die Vergangenheit des Gesprächspartners, der Grad seines Engagements/Gehorsams, sein Image in der Schule, sein Erfolg im Unterricht, sein Profil für die Zukunft, Interessenbereiche, Hobbys, die Situation seiner Familienmitglieder, wenn vorhanden wie er mit seinen Gruppenfreunden ist, seine Tagesstimmung wird besprochen, seine Probleme angehört, Ratschläge gegeben und Lösungen werden wenn nötig erstellt, so dass beim gegenüber der Gedanke eingetrichtert wird, „die Brüder kümmern sich um alles von mir, sie wissen alles“. Außer diesen werden auch Aktivitäten für die „Stimmung“ wie das beten, beten mit der Gebetskette, wenn möglich Betrachten von Bildmaterial/Bücher/das Lesen von Stephen aus der Risale, durchgeführt.

Die riskantesten Aspekte dieses Besprechungssystems waren die „Vertraulichkeits“-Maßnahmen, deren Ausmaß die Aufmerksamkeit von sensiblen Kreisen erwecken konnten. Tatsächlich steckt hinter der Razzia bei zwei verschiedenen geheimen Treffen in Izmir im Jahr 1999 ein sensibler benachbarter Arbeitsplatz in der Nähe eines anderen Arbeitsplatzes, an dem Militärstudenten ihre Kleidung wechselten und Zivilkleidung anzogen. Sie kamen dorthin periodisch und wechseln ihre Uniformen und mit dem Unbehagen eine geheime Aktivität durchzuführen erregten sie mit ihrer Geheimniskrämerei, Aufmerksamkeit. Dies führte dazu, dass telefonisch die Situation der Militärschule gemeldete wurde. Nach einer gewissen Observationszeit fanden dann die Razzien statt.
Die andere und wichtigste riskante Situation waren die Treffen, die die Aufseher (murakııp), die damals aus verschiedenen Provinzen kamen, mit den geheimen Einheiten der Militärschulen, die damals „Okulisten (angehörige der Schulen)“ genannt wurden, abhielten, manchmal morgens in einem Gemeindehaus oder Studentenhaus. Die Anzahl der jungen Menschen, also der Aufseher (Murakıp) die aus verschiedenen Provinzen mit Bussen in die Stadt kamen erreichte jedes Wochenende 100 Personen und so wurde die geheime Aktivität von Anfang an zu einer „nachlässigen“ Angelegenheit. In diesem Rahmen wurden diese Schulversammlungen nach den Geschehnissen von 1999 verringert, die Teilnehmerzahl reduziert und manchmal wurden sie überhaupt nicht abgehalten. Die Besprechungszeiten mit Studierenden wurden verkürzt, die Inhalte mobiler und schneller gemacht und mancherorts gab es Situationen, dass gemeinsam mit öffentlichen Verkehrsmit gereist wurde und dabei Kassetten gehört wurden oder nur zwei Sätze gesprochen wurden, um zu erfahren, ob es ein Problem gibt. Falls die Treffen nicht verwirklicht werden konnten, kam es vor das die Aufseher-Brüder manchmal wochenlang mit der Hoffnung sich zu treffen reisten.
Die Vorbereitung auf geheime Treffen, seine Reise, individuell Motivation, die Kontrolle des Gesprächsortes/ der Route war mit seinem Inhalt und Ergebnis stressig und sehr variabel. Vom Geheimen-Bruder, also vom Aufseher wurde erwartet, all diese Variablen problemlos zu kontrollieren und sicherzustellen, dass dies auch über Jahre hinweg problemlos so bleibt. Aus diesem Grund haben Menschen, die in den geheimen Einheiten tätig waren, manchmal die Angewohnheit krankhaft „alles kontrollieren zu wollen“ und skeptisch zu sein.
Als letzte Analyse kann gesagt werde, dass die mit dem “Geiste der Darülerkam“ begonnen „geheime Treffen“ sich verändert/transformiert wurden und die Form einer organisierten geheimen Aktivität angenommen haben. Wir hoffen, dass alle unsere Leute diese Krankheit und diese kranke Struktur so schnell wie möglich loswerden.
